ToffTe!

Tag der offenen Türe an der WBG

Ich mag den Tag der offenen Tür! Mit meinen Fächern Deutsch und Französisch, die ich hauptsächlich in der Oberstufe unterrichte, bewege ich mich im Schulgebäude meistens nur zwischen Forum C, den Pavillons und dem Französischraum im Turm A. Ich laufe auch zum Sekretariat, ins große Lehrerzimmer und besuche mal das ein oder andere Team – aber viel mehr sehe ich nicht.

Und heute? Heute reicht die Zeit zwischen 10 und 13 Uhr kaum, um wirklich alles in Ruhe anzusehen! Es gibt in der Schule so viel zu entdecken: Ich komme um kurz nach 10 Uhr ins Forum C. Hier läuft bereits die offizielle Begrüßung. Schülerinnen und Schüler aus dem 6. Jahrgang stehen als Chor auf der Bühne und singen „Memorys“, wunderbar mit Klavier- und Geigenbegleitung. Gänsehautfeeling.

Unser Schulleiter Moritz Hegemann begrüßt unsere Gäste und erklärt, wie man die Angebote heute erkunden kann. Viele unserer Gäste werden das Angebot wahrnehmen, mit einer Führung alles kennen zu lernen.

Jetzt gehe ich erst einmal in die Sporthalle – da bin ich nie! Heute sind die Sportleistungskurse der Q1 und Q2 dort. Die einen spielen Badminton und lernen von ihrer Lehrerin Svenja Schulte die richtigen Bewegungsabläufe, die anderen üben Bewegungsabläufe im Volleyball. Das sieht schon alles ziemlich gut aus.

Und Sportlehrerin Janine Langer hat ein Badminton-Talent entdeckt: Man kann nicht früh genug anfangen!

Von der Sporthalle laufe ich zurück ins Gebäude ins Forum C. Hier „wohnt“ die Oberstufe und heute zeigt der Leistungskurs Kunst der Q2, dass hier nicht einfach nur gemalt wird. Es sind Projekte, die geplant und genau vorbereitet werden. Fotografieren gehört auch dazu.

Spanischlehrerin Katharina Bedoya ist auch im Forum C: „Na? Was heißt hallo auf Spanisch? Wisst ihr das?“ – „Ciao!“ Und schon geht es los mit dem Spanischlernen. „Hola“ wäre natürlich die richtige Antwort gewesen. Aber das wissen die drei jetzt auch!

Raus geht’s aus dem Forum C Richtung Kunst-, NW-, Technik- und Hauswirtschaftsbereich. Auf dem Weg dorthin hat sich im Flur, direkt an unserem Bienenstock, der draußen im Innenhof steht, unsere Imker-Gruppe „Beens 4teens“ aufgestellt. Ihr Stand ist beeindruckend: Es gibt selbst geschleuderten Honig, sogar blauen Schlumpf-Honig. Man kann sich die Schleuder ansehen und alle Gegenstände, die man braucht, um Honig herzustellen. Die beiden Imker Marc Schich und Christian Wohland betreuen die Gruppe. Ich erfahre, dass Mitglieder der Imker-Gruppe mit Herzblut dabei sind. Und die ersten zukünftigen Schülerinnen und Schüler unserer Schule haben schon am Stand angekündigt, dass sie unbedingt dabei sein möchten.

Nun eben links abgebogen und schon stehe ich in einem Computerraum, in dem der Profilkurs MIT „Lego Mindstorms“ sein Reich hat. Hier greifen Informatik und Technik ineinander. Emsig wird an den Robotern gebaut.

Auf dem selben Flur sind die Kunsträume. Hier können alle Gäste heute aktiv werden: Mit verschiedenen Schwämmchen stempeln und tolle Muster kreieren, Vorlagen ausmalen. Hier kann man etwas ausruhen!

Ab in den nächsten Flur: Die Technikräume finde ich ja auch immer spannend! Hier stehen große Bohrmaschinen, für die man im Unterricht den Bohrführerschein machen muss. Sonst darf man sie nicht benutzen. Es wird ganz viel mit Holz gearbeitet und ich stehe beeindruckt vor Werkstücken aus dem Profilkurs Technik des 5. und 6. Jahrgangs:

Raus aus dem Technikraum, den Flur entlang – und ich weiß: Gleich bin ich in der Lehrküche, denn es duftet ganz fantastisch nach Leckereien aus dem Backofen. Und da sehe ich sie schon: Kleine Pizzen werden gerade aus dem Backofen geholt. Die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs stellen Teig her, wiegen Zutaten ab, kneten alles zusammen. Süßes Gebäck gibt es natürlich auch.

Oh! Ich habe das WP-Café vergessen! Also schnell noch mal den Flur wieder zurück. Das WP-Café wird von den Schülerinnen und Schülern selbst geleitet. In den Pausen kann man warme Sandwiches kaufen, es duftet immer gut nach geschmolzenem Käse. Heute gibt es selbstgebackenen Kuchen. Die Brownies sind toll – sehr schokoladig!

Nun gucke ich bei den Naturwissenschaftsräumen vorbei. Passend zu unseren Bienen kann man hier Fluginsekten unter dem Mikroskop betrachten. Die Mikroskope haben eine Sogwirkung bei unseren jungen Gästen: Immer sind sie belegt:

Weiter geht’s! Und ich sehe schon: Bei unseren Schulsozialarbeiterinnen Nicole Behring und Monika Janczek ist richtig was los. Ebenso wie die Mikroskope haben die Spiele auf unsere Gäste eine große Anziehungskraft.

Als ich schnell noch mal einen kleinen Abstecher ins Forum C mache, stehen mir plötzlich zwei ehemalige Schülerinnen aus meinem letzten Jahrgang gegenüber, Abi 2025. „Ja hallo! Was macht ihr denn hier? Habt ihr Sehnsucht?“ – „Ja, schon ein bisschen…!“ Wie schön, dass sie heute in die Schule gekommen sind. Und es stellt sich heraus: Eine ganze Gruppe aus dem Abi 2025 hat sich für heute verabredet. Schließlich sitzen sie an „ihrer“ Tischgruppe und erinnern sich an alte Zeiten, die ja noch gar nicht so lange her sind, und genießen es, einfach hier zusammen zu klönen. Wie schön!

Los geht’s wieder auf meinen Rundgang. Im nächsten Flur ist auch viel los: Einerseits sind die Schülerinnen und Schüler der Q1 fleißig. Sie verkaufen Kuchen, um Geld für ihre Abi-Feier einzunehmen. Andererseits ist direkt hinter ihrem Stand das Gewusel richtig groß: Alle habe eine VR-Brille auf und sehen Dinge, die nur sie sehen.

Denn: Die VR-Brillen gehören zur Berufsorientierung. Man kann sich damit verschiedene Berufe ansehen. Also setze ich doch mal so eine Brille auf und – huch! – da stehe ich in einem Krankenhauszimmer. Zwei Betten sind belegt, ein Pfleger kümmert sich um eine Patientin. Ich drehe mich und kann mich im ganzen Zimmer umsehen. Verrückt! Tolle Sache!

„Salut madame!“ – „Oh salut!“ Schülerinnen und Schüler aus meinem Französischkurs und andere Kinder aus ihrer Klasse gucken sich auch die VR-Brillen an. „Machen Sie ein Foto von uns?“ – „Wenn es auf die Homepage darf?“ Darf es! Und hier ist es:

Leider ist das Foto von den Jungen nicht richtig gut geworden… tut mir leid!

Jetzt gehe ich aber endlich mal eine eine Etage höher. Hier sind die Inklusionsräume. Unsere Sonderpädagoginnen Melanie Wendt, Gesa Kuhlbusch und Nele Reski zeigen mir die Räumlichkeiten. Es ist echt schön hier, so richtig zum Wohlfühlen. In sehr kleinen Gruppen kann hier gut individuell gearbeitet werden. Heute geht es um Geschicklichkeit und Selbstbewusstsein.

Außerdem ist ein Vertrauens-Parcours aufgebaut. Stoffbrille aufgesetzt und jetzt führt das eine Mädchen das andere durch Tische und Wasserflaschen. Es hat geklappt: Sie hat nichts berührt oder umgeworfen, obwohl sie nichts gesehen hat.

Gegenüber der Inklusionsräume ist der Französischraum. Französischlehrerin Elisabeth Bugzel hat Stationen aufgebaut, an denen man ausprobieren kann, ob man schon französische Worte kennt, oder an denen man erste Worte lernen kann. Und natürlich hat Frankreich mit Essen und mit Düften zu tun: Einmal Provence schnuppern! Hm! Lavendel!

Da ist ja auch noch eine Tür geöffnet: Hier zeigt die Courage-AG, dass wir „Schule ohne Rassismus“ sind. Unsere Lehrerinnen Ramona Düllmann und Anna Tottmann zeigen mit Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs 9, dass man Flagge gegen Rassismus zeigen sollte. Als Unterstützung kann ich meinen Fingerabdruck und meinen Namen auf einem Plakat hinterlassen und ein Statement abgeben. Das mache ich natürlich. Zwei andere Gästinnen machen das auch direkt.

Und wer läuft mir da über den Weg? Leon aus meinem vorletzten Französischkurs, Abschluss 2023! Auch er wollte heute unbedingt noch mal in seiner alten Schule vorbeigucken. Aus dem selben Kurs hatte ich morgens schon Philipp gesehen. Auch er wollte mal Hallo sagen. Ich freue mich total, die beiden zu sehen! Sie machen ihren Weg, alles läuft gut.

Nach dieser schönen Begegnung laufe ich weiter zu den Computerräumen. Viele Interessierte stehen vor einem hauptsächlich schwarzen Glaskasten, in dem irgendetwas geschieht. Ah! In den oberen Teil kann man hineinsehen: Da entsteht der Kopf von Willy Brandt. Ganz langsam, Schicht für Schicht bastelt der 3D-Drucker ihn in weiß zusammen. Der Drucker ist nun schon seit drei Stunden beschäftigt, sagt Informatiklehrerin Anja Pruchniewski. Nun beginnt der Drucker mit der Stirn. Das dauert! Aber es ist auch schon ein etwas größeres Objekt. Auf einem Tisch sind kleinere Gegenstände zu sehen, die der 3D-Drucker hergestellt hat: Kleine Willy-Köpfe, unser Schullogo und ein kleiner Anhänger zu unserem 50jährigen Jubiläum. Alles selbst kreiert im Informatikunterricht.

Dann sehe ich bunte Kugeln: Sie sind den Planeten nachempfunden und funktionieren wie Tonies. Einmal antippen und schon kommt aus dem Board dahinter eine Schülerinnenstimme, die mir etwas zu dem Planeten erzählt, den ich angetippt habe. Find ich super! Warum war mein Informatikunterricht nicht so?

Oh! Schon so spät! Noch schnell eine Etage höher. Hier sind die Klassenräume der Jahrgänge 5, 6 und 7. Die Klasse 6B hat vor Kurzem im Deutschunterricht einen Roman gelesen. Da braucht man natürlich ein schönes Lesezeichen. Das kann man sich heute selbst basteln: Das Lesemonster. Eigentlich sieht es eher niedlich aus…!

Bei der 6C steht an der Tür: „Alles läuft im Kreis“. Sportunterricht? Nein, hier geht es um den Blutkreislauf. Und dann bin ich als Sprachenlehrerin wieder ganz begeistert davon, mit welchen Mitteln man Naturwissenschaft vermitteln kann: Aus dem oberen Teil einer kleinen Plastikflasche, mehreren Luftballons und Papierstrohhalmen sind ein Brustkorb, zwei Lungenflügel und die Luftröhre entstanden. Jetzt sollen die beiden Schülerinnen noch den Text im Buch lesen und dann das Gelesene mithilfe des Modells erklären. NW-Lehrerin Caroline Südhoff hört aufmerksam zu und fragt nach. Das finde ich echt sehr praxisnah.

Auch in der 6F geht es um NW. Hier sind Getreidesorten, Tierfutter und vieles andere ausgestellt. Tierhaltung und Landwirtschaft zum Anfassen. Und zum Riechen: Im Klassenraum nehme ich die Gerüche von Stroh und Silage wahr.

Ein paar Klassenräume weiter zeigt der Profilkurs BiLi des 5. Jahrgangs „My favourite Sports“ und viele andere Dinge, die in letzter Zeit bearbeitet worden sind. Ein kleiner Junge aus dem Kurs erzählt mir auf Englisch ganz entspannt und ohne nach Wörtern zu suchen, was er alles im Unterricht gemacht hat. Ich bin beeindruckt von seiner tollen Aussprache.

So langsam wird schon aufgeräumt… Es ist einfach nicht zu schaffen in drei Stunden! Also was kann ich noch schnell erhaschen? Mathespiele für die Klassen 5. Mit Streichhölzern kann man Formen legen. Schade, dass ich keine Zeit mehr habe, das auszuprobieren. Die Jungen sind ganz emsig bei der Sache. Und auch die Matherätsel im Nebenraum machen offensichtlich Spaß. An den anderen Stationen wird auch noch fleißig geknobelt.

Als ich bei den Mathespielen herauskomme, sitzen an einem Tisch auf der Ebene ein Vater und seine kleine Tochter. Sie ruhen sich vom Vormittag aus und vor dem Mädchen liegt diese Stofftasche. „Hast du die bemalt?“ Ich höre ein stolzes „Ja!“ von ihr und ich freue mich, dass ich ihr Werk fotografieren darf. In der Tasche stecken die Eindrücke unseres Tags der offenen Tür und sie nimmt sie nun mit nach Hause. Der Gedanke gefällt mir.

Kira Bennarend

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